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Der richtige Schuh für deinen Fußtyp

Der richtige Schuh für deinen Fußtyp

24. Februar 2026
Auswahl der richtigen Schuhe

Fußtyp und Schuhwahl: Was dein Abdruck über die richtige Schuhwahl verrät

Ob beim Wandern im Wald, beim Klettern oder beim täglichen Gang zur Arbeit – der Schuh, den du trägst, kann über Wohlbefinden oder Schmerz entscheiden. Der menschliche Fuß besteht aus 26 Knochen, 33 Gelenken und über 100 Muskeln, Sehnen und Bändern – und jede kleine Fehlstellung in diesem System kann sich bis in Knie, Hüfte und Wirbelsäule auswirken. Wer weiß, welchen Fußtyp er hat, kann gezielt den richtigen Schuh auswählen und Folgeschäden vermeiden.


Fünf Fußtypen im Überblick

Die Trittspur (der nasse Fußabdruck auf einem Untergrund) ist der einfachste erste Selbsttest. Je nachdem, wie viel deines Fußgewölbes den Boden berührt, lässt sich dein Fußtyp grob einordnen:

  • Normalfuß – Das Längsgewölbe ist deutlich sichtbar, die Trittspur zeigt eine schmale Brücke zwischen Ferse und Vorfuß. Referenzpunkt für alle anderen Typen.

  • Hohlfuß – Das Gewölbe ist überhöht, die Brücke fehlt fast vollständig in der Trittspur. Ferse und Vorfuß tragen nahezu die gesamte Last.

  • Senkfuß – Das Längsgewölbe ist leicht abgesunken, die Trittspur zeigt eine breitere Brücke als beim Normalfuß.

  • Plattfuß – Das Längsgewölbe ist vollständig eingesunken, die Trittspur ist nahezu vollflächig.

  • Spreizfuß – Das Quergewölbe im Vorfuß ist abgesunken, der Vorderfuß verbreitert sich. Die Trittspur zeigt einen breiteren Ballenbereich und gegebenenfalls abstehende Zehen.


Was jeder Fußtyp an einem Schuh braucht

Normalfuß

Wer einen Normalfuß hat, ist bei der Schuhwahl am flexibelsten. Ein ausgewogener Lauf- oder Alltagsschuh mit neutraler Dämpfung und guter Passform genügt. Der Fuß rollt beim Gehen natürlich leicht nach innen (moderate Pronation) – das ist physiologisch erwünscht. Für Sport eignen sich sogenannte Neutralschuhe mit gleichmäßiger Dämpfung.

Hohlfuß

Beim Hohlfuß (Pes excavatus) sind Ferse und Vorfuß die einzigen Kontaktpunkte – die Stoßdämpfung des natürlichen Gewölbes fehlt. Das führt oft zu Supination: Der Fuß knickt nach außen, die Außenkante des Schuhs nutzt sich stärker ab.sportano+1

Schuhwahl beim Hohlfuß:

  • Neutral- oder Supinationsschuhe mit extra Dämpfung an Ferse und Vorfuß

  • Flexible Sohle, die sich dem starren Fuß anpasst

  • Einlagen mit weicher Polsterung zur Druckverteilung

  • Schuhe mit breiter Basis für seitliche Stabilität

Senkfuß

Der Senkfuß ist häufig eine Vorstufe des Plattfußes. Das leicht abgesunkene Längsgewölbe führt zu moderater Überpronation – der Fuß dreht beim Abrollen zu stark nach innen. Langfristig können Fersensporn, Knieschmerzen oder Rückenprobleme entstehen.

Schuhwahl beim Senkfuß:

  • Schuhe mit Pronationsstütze (Motion-Control oder Stability-Schuhe)

  • Mittelfußstütze im Schuh, die das Gewölbe leicht anhebt

  • Halbharte orthopädische Einlagen zur Führung

  • Festes Fersenpolster für Führung und Stabilität

Plattfuß

Beim Plattfuß ist das Längsgewölbe vollständig kollabiert. Die Trittspur ist fast vollflächig, die Fehlbelastung betrifft Füße, Knie, Hüften und oft auch die Lendenwirbelsäule. Unbehandelt können Entzündungen und Fehlstellungen der Zehen folgen.orthopaede-drschuh+1

Schuhwahl beim Plattfuß:

  • Stabilisierungsschuhe mit starker Pronationskontrolle

  • Individuell angepasste, stützende Einlagen mit medialer Gewölbestütze

  • Keine weichen, unkontrollierten Sohlenkonstruktionen

  • Schuhe mit stabilem, leicht erhöhtem Fersenbereich

  • Regelmäßige Fußgymnastik zur Muskelkräftigung als Begleitmaßnahme

Spreizfuß

Beim Spreizfuß senkt sich das Quergewölbe ab und der Vorderfuß verbreitert sich. Typische Beschwerden sind Schmerzen unter den Mittelfußköpfchen (Metatarsalgie) beim Stehen und Gehen sowie – über Zeit – Hallux Valgus oder Hammerzehen. Zu enge Schuhe oder hohe Absätze verschlimmern das Problem erheblich.kybun+1

Schuhwahl beim Spreizfuß:

  • Breite Zehenbox mit ausreichend Platz für jeden Zeh

  • Kein spitzer Vorderschuh, kein hoher Absatz

  • Quergewölbe-unterstützende Einlagen (Vorfußpolster, Pelotte)

  • Weiche, flexible Sohle im Vorfußbereich

  • Schuhe, die den Vorderfuß nicht komprimieren


Einlagen: Wann, welche, wie lange?

Orthopädische Einlagen sind kein Allheilmittel – bei Erwachsenen können sie strukturelle Fehlstellungen nicht vollständig korrigieren. Sie wirken aber wie ein Funktionslenker: Sie führen den Fuß in eine physiologischere Position, verteilen Druckspitzen um und entlasten Weichteile und Gelenke.

FußtypEinlagentypHauptwirkung
Plattfuß / SenkfußStabilisierende Einlage mit medialer StützeGewölbeaufbau, Fersenführung
SpreizfußVorfußpolster / PelotteQuergewölbe entlasten, Druckverteilung
HohlfußDämpfende Einlage (weich)Stoßabsorption, Lastverteilung
Normalfuß mit BeschwerdenSensomotorische EinlageMuskelaktivierung, Feinkorrektur

Einlagen entfalten ihre Wirkung nur bei konsequentem Tragen: In der Eingewöhnungsphase (1–2 Wochen) täglich 1–2 Stunden, danach 6–10 Stunden je nach Aktivität. Bei anhaltenden Beschwerden beim Tragen sofort zum Orthopäden – falsch sitzende Einlagen können Beschwerden verstärken statt lindern.


Praktische Tipps für den Schuhkauf

  • Schuhe abends kaufen: Füße schwellen im Tagesverlauf an – der Nachmittag liefert das realistischste Maß

  • Schuhsohlen prüfen: Ungleichmäßige Abnutzung zeigt, wo du zu viel Druck einsetzt – Außenkante = Supination, Innenkante / Großzehenballen = Pronation

  • Zehenfreiheit testen: Mindestens ein Zentimeter Luft vor der großen Zehe, kein seitlicher Druck

  • Fachberatung beim Fachgeschäft nutzen – Orthopaedieschuhtechniker:in ist ein staatlich anerkannter medizintechnischer Handwerksberuf - Hier eine Ganganalyse dauert fünf Minuten und kann viel Geld und Schmerz sparen

  • Mehrere Schuhpaare wechseln: Verschiedene Modelle trainieren unterschiedliche Fußanteile und beugen einseitiger Überlastung vor


Wann zum Arzt?

Einlagen und der richtige Schuh helfen gut als erste Maßnahme – aber bei anhaltenden Beschwerden, sichtbaren Zehenfehlstellungen (Hallux Valgus, Hammerzehen) oder Schmerzen, die bis ins Knie oder den Rücken ausstrahlen, sollte ein Orthopäde oder Podologe aufgesucht werden. Besonders beim Spreizfuß mit Hallux-Tendenz ist eine frühe Behandlung wichtig, um operative Eingriffe zu vermeiden.orthopaede-drschuh+1


Fazit: Deine Trittspur ist ein Spiegel deiner Fußstatik. Wer sie kennt und die Schuhwahl darauf abstimmt – mit dem richtigen Schuhtyp, gezielten Einlagen und regelmäßiger Fußgymnastik – investiert in die Gesundheit des gesamten Bewegungsapparats. Der Fuß trägt dich ein Leben lang. Es lohnt sich, auf ihn zu hören.

⚠️ Hinweis: Keine medizinische Beratung Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich zur allgemeinen Information und stellen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar. Die beschriebenen Fußtypen und Schuhempfehlungen ersetzen nicht den Besuch bei einem Arzt, Orthopäden oder Podologen. Bei anhaltenden Fußschmerzen, Beschwerden in Knie, Hüfte oder Rücken sowie bei sichtbaren Fehlstellungen wende dich bitte immer an einen medizinischen Fachmann. Nur eine individuelle Untersuchung kann eine fundierte Diagnose und passende Behandlung sicherstellen. Selbstdiagnosen anhand von Trittspuren oder Abnutzungsmustern sind erste Orientierungshilfen – kein Ersatz für professionellen Rat.