Einleitung: Downturn leicht erklärt
Der Downturn beschreibt die Biegung des Kletterschuhs nach unten, sichtbar vor allem im Zehenbereich. Von der Seite betrachtet erinnert die Form oft an einen Schnabel. Diese Krümmung beeinflusst die Fußposition im Schuh und damit die Art, wie Du Kraft auf den Fels oder die Griffe überträgst.
Besonders Boulderschuhe und Wettkampfmodelle sind stark vorgespannt, während Allrounder oder alpine Schuhe oft nur wenig oder gar keinen Downturn haben.
Was bringt ein Downturn?
Ein starker Downturn sorgt dafür, dass Du Deine Kraft gezielt über die Zehen einsetzt. Das hat gleich mehrere Vorteile:
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Besserer Halt in Überhängen – Zehen bleiben auch auf kleinen Tritten stabil.
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Effizientere Kraftübertragung – mehr Druck auf winzige Strukturen.
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Präziseres Antreten – Du spürst den Kontaktpunkt direkter.
👉 Nachteil: Je stärker der Downturn, desto unbequemer ist der Schuh bei längerem Stehen oder auf flachen Routen.
Downturn vs. Vorspannung – der Unterschied
Oft werden beide Begriffe verwechselt, dabei ist die Bedeutung unterschiedlich:
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Downturn: Biegung im Zehenbereich („Schnabelform“)
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Vorspannung: Spannung über den gesamten Schuh entlang der Längsachse (von der Ferse bis zur Zehe)
Beides hängt zusammen, meint aber nicht dasselbe. Ein Schuh kann z. B. flach mit leichter Vorspannung sein oder stark vorgespannt mit extremem Downturn.
Kletterschuhe nach Downturn
Flacher Downturn – bequem & vielseitig
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Eher gerade Bauweise
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Komfortabel auch über Stunden
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Ideal für Halle, Einsteiger, Mehrseillängen
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Beispiel: La Sportiva Mythos
Moderater Downturn – Allrounder
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Leichte Krümmung nach unten
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Kombination aus Komfort & Performance
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Geeignet für Sportklettern & Bouldern im mittleren Schwierigkeitsgrad
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Beispiel: La Sportiva Katana
Starker Downturn – Performance pur
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Deutlich gekrümmte Zehenbox
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Optimal für steile Überhänge & Wettkämpfe
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Maximale Präzision, aber unbequem bei langen Touren
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Beispiel: Scarpa Drago, La Sportiva Solution
Wann ist welcher Downturn sinnvoll?
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Anfänger & Genusskletterer: flacher oder moderater Downturn → mehr Komfort
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Sportkletterer am Fels: moderater bis starker Downturn → kleine Leisten, technische Routen
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Boulderer & Wettkampfkletterer: starker Downturn → Reibung, Hooks, Überhänge
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Alpin & Mehrseillängen: flach bis moderat → weniger Druckstellen, ganztägiger Komfort
Tipps zur Wahl des richtigen Modells
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Denke an Deine Hauptdisziplin – Halle, Bouldern, Alpin?
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Für den Anfang lieber einen bequemeren Schuh wählen.
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Nutze zwei Paar Schuhe: einen Allrounder für Training und einen aggressiven Schuh für Projekte.
FAQ: Häufige Fragen zum Downturn
Ist ein starker Downturn für Anfänger geeignet?
Nein, er bringt zwar mehr Präzision, ist aber unbequem. Für Einsteiger sind gerade oder moderat vorgespannt Schuhe besser.
Kann ich mit flachen Schuhen auch schwere Routen klettern?
Ja, aber auf Überhängen oder winzigen Leisten ist es schwerer, Druck sauber zu halten.
Wie erkenne ich den Downturn beim Anprobieren?
Stelle den Schuh seitlich hin: Je stärker die Spitze nach unten gebogen ist, desto größer der Downturn.